Rezension : In Between – Das Geheimnis der Königreiche

Autorin: Kathrin Wandres

Genre: Fantasy

Seiten: 216

Verlag: impress (Carlsen Verlag)

Das Cover besticht durch seine natürliche Präsenz. Es zeigt portraitiert eine junge dunkelhaarige Frau inmitten eines Waldes. Farne strecken sich ihr entgegen. Einfach passend für das Setting der Geschichte.

Die junge Keylah lebt in einer Lebensinsel inmitten der tiefen dunklen Wälder des Reiches Benoth. Ein Reich, das zwischen dem Reich voller Schatten Jessurim und dem schönen, weit entfernten und durch das Meer getrennte, Reich Kadosch, liegt. Benoths Wälder sind tief und dunkel, sodass sich die Menschen Schauergeschichten in einsamen Nächten erzählen. Jeden schrecken diese Geschichten ab, nur Keylah nicht. Sie liebt den Wald und zieht seine Einsamkeit den Menschen vor, von denen sie nie Zuneigung erfahren hat. Ihre Gabe Gefahr körperlich zu spüren, ist Fluch und Segen zu gleich. Doch nie hätte sie sich der Siedlung angewandt, bis zu jenem Tag, an dem sie ein Geschenk erhält, das ihr Leben verändern wird. Das sie zur Gejagten macht und gleichzeitig über den unnahbaren Deven etwas lernt, das Keylah nie für möglich gehalten hätte. Vertrauen !

Kathrin Wandres hat einfach einen wunderbaren Schreibstil. Er ist ruhig, bildhaft und trägt immer wieder einen Hauch Poesie in sich.

„Angst lohnt sich nicht, mein Kind. Angst kann nichts an dem ändern, was in der Zukunft kommen wird, sie nimmt dir nur die Freude an der Gegenwart. Angst hat keine Macht, mein Kind, also gib ihr auch keine!“

Ganz intuitiv erzählt die Autorin damit, aus Keylahs Perspektive, gekonnt ihre Emotionen und lässt Keylahs Umgebung leben. Und diese Welt ist durchaus facettenreich. Es gibt Schattenwesen, die in den Wäldern leben, Ausgestoßene, Gaben und eben die benachbarten Reiche. Viel Material für eine spannungsgeladenes Buch. Und das ist es auch. Nurd das man hier etwas merkt, dass es das Debüt der Autorin war. Denn die Szenen innerhalb des Waldes, wurden mit reichlich Raum ausgeschmückten. So dass man zum Finale fast über die Ereignisse stolpert. Einige Details werden nicht mehr aufgegriffen. Man hatte den Eindruck, das die Autorin gezwungen gewesen wäre das buch nun zu beenden, dabei hätte der Stoff innerhalb der benachbarten Reiche durchaus mehr Möglichkeiten zugelassen und genau an diesem Punkt, zum Ende der Geschichte hin, wird es schwammig. Die räumlichen Abstände im Verhältnis zur Zeit, verlieren sich meines Erachtens. Die Protagonisten sind gut charakterisiert. Keylah ist anfangs etwas naiv, aber wagemutig, was sie sympathisch macht. Deven ist äußerst verschlossen. Beide haben eine durchdachte Vorgeschichte und leben nicht nur alleine im Hier und Jetzt. Natürlich bietet sich auch hier das Potenzial einer Liebesgeschichte, die sich aber langsam und behutsam entwickelt und nicht auf überschwänglichem Kitsch  basiert, sondern auf Vertrauen aufbaut.

Eine wunderschön und bildreich beschriebene Fantasygeschichte, mit einigen Schwächen den Details, über die die Grundidee der Geschichte aber hinwegsehen lassen kann und mit Happy End, da jeder Band dieser Reihe abgeschlossen ist.

 

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