Rezension : Meeresgold – Versprechen der See

 

Autorin : Katelyn Erikson

Verlag : Eisermann Verlag

Länge : 278 Seiten

Genre : historischer Liebesroman

Das Cover wirft einen Blick in die Zukunft des Romans und zeigt uns eine selbstbewusste und in sich ruhende Lucia. Ihr Blick liegt auf dem dämmernden Horizont und dessen Farbenspiel auf dem Meer. Ein wunderschönes Cover, das treffender kaum sein könnte.

Lucia stammt aus reichem Hause. Als Tochter des Gouverneurs besitzt ihre Familie Ansehen bei der britischen Krone. Ihr ganzen Leben lang hat sie gelernt gehorsam zu sein und sie fügt sich in ihr liebloses Leben. Denn obwohl sie kaum je etwas anderes als Gleichgültigkeit erfahren hat, fürchtet sie sich davor den Halt ihrer Familie zu verlieren, wenn sie nicht das tut was von ihr erwartet wird, einen ihr fremden Mann zu heiraten.

Katelyn Erikson hat die Stimmungen und Tragik der Protagonistin an dieser Stelle wundervoll eingefangen. Lucia verkörpert genau das Verhalten, dass ihr anerzogen wurde, bis zu jenem Tag als sie von einer Bande Vermummten entführt und auf die Black Treasure, einem Piratenschiff, verschleppt wurde. Nur ein einziger Pirat scheint Frauen gegenüber Anstand zu besitzen und sie unter den Männern verteidigen zu können, Ben, der Sohn des Kapitäns Soledad.

Ben besitzt unter den Männern eine natürliche Autorität. Er ist freundlich und loyal seinen Männern gegenüber, ganz im Gegensatz zu Kapitän Soledad. Er herrscht mit stränge an Bord und zwingt Lucia mit an Bord zu bleiben. Auf Hoher See versucht Lucia ihren Platz an Bord zu finden und sich unauffällig unter den Männer zu bewegen. Lucias Wandlung von der feinen Dame hinzu der Piratin geschieht langsam, behutsam und nachvollziehbar, genauso wie die zunehmende Zuneigung von Ben und Lucia zueinander. Immerhin kann Ben eine Frau an Bord nicht gebrauchen und Lucia sieht sich immerhin ihrem Entführer gegenüber. Alles andere als eine leichte behutsame Liebesgeschichte wäre nicht authentisch gewesen. Die beiden bauen durch ihre Erlebnisse Vertrauen zueinander auf.

Aber die Geschichte hat noch mehr Tiefe. Katelyn Erikson hat natürlich noch verworrene Fäden in Lucias und auch in Bens Vergangenheit eingefädelt, die unterschiedliche Feinde hervorbringen, die zum einen offensichtlich waren, in Hinblick auf Bens brutalen Vater, zum Teil aber so nicht zu erwarten waren.

Die Schreibweise war wunderbar leicht und passte ins Setting der historischen Zeit, genauso wie die Umgebungsbeschreibung. Sie passte in die Geschichte und ließ besonders die Black Treasure zum Leben erwecken.

Jedoch hätte die Umgebungsbeschreibung an Land noch etwas vertieft werden können, damit sich die Geschichte besser in eine erkennbare Zeit einordnen lässt.

Nur mich selbst hat dieser Punkt nicht so stark gestört, um hierfür ein Stern abzuziehen.

Meeresgold ist eine wunderschöne Liebesgeschichte im historischen Seemannsgewand, mit Spannung und authentischen Charakteren.

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