Rezension : Unter schwarzen Federn

Autorin : Sabrina Schuh

Genre : Jugendliteratur (ab 14), Märchenadaption

Seiten : 301

Verlag : Märchen Spinnerei

Erst habe ich gedacht, „oh je, dass kannst du dir jetzt nicht antun“ , da ich gerade privat einiges durch gemacht hatte. Da ich aber jedem Buch eine Chance gebe und schon viel Gutes über dieses Buch gehört habe, las ich weiter. Und es war das Beste was ich machen konnte. Denn es ist sooooo super.

Es beginnt, wie ich finde, mit einer mehr als extremen Situation, diese ist wie ich finde auch sehr schwer zu beschreiben, was an der Situation an sich liegt. Also Hut ab vor der Autorin. Es beginnt mit einem Suizid Versuch. Dieser wird ganz genau beschrieben, was Fee (die Hauptprotagonistin) denkt und auch jede noch so kleine Handlung. Daher wirkt für mich der Suizid Versuch auch so real. Und das hat mir schon ein mulmiges Gefühl bereitet. Aber genau dass wollte die Autorin erreichen, denn wenn man dieses Gefühl dabei entwickelt, will man auch wissen wie es weiter geht.

Dann kam Markus ins Spiel (2 Hauptprota). Und er gefiel mir sofort. Er sah diese Szene und eilte sofort zur Hilfe. Was wie ich finde jede Menge Mut und Überwindung kostet. Denn man weiß nie wie sowas endet. Man merkt jedoch schnell dass Markus sich aus irgendeinem Grund mit sowas auskennt. Er redet auf sie ein, und scheint genau zu wissen was er tut. Bis er sie schließlich mit allen Kräften davon abhält sich um zu bringen. Das Gespräch zwischen den Beiden, ist so real, dass man fast schon mit diskutieren möchte und Markus einfach nur helfen möchte, Fee zu überzeugen.

Das Ganze endet dann schließlich bei ihm zu Hause, in seinem Zimmer. Fee steht noch völlig unter Schock und auch Markus hat an dem Ganzen ganz schön zu knabbern. Nun erfährt Markus auch die Umstände zu dem Vorfall. Denn das Leben von Fee ist die reinste Hölle. Für ihre Eltern ist sie mehr oder minder der Stein auf dem Weg zur Karriereleiter, die neuen Mitschüler die sie aufs übelste mobben, die Omi die vor ein paar Monaten gestorben ist, die die Einzige war, mit der Fee reden konnte und bei der sie sich wohl gefühlt hat. Es sind noch jede Menge andere Dinge die da zusammen kommen. Das Fass zum überlaufen gebracht, hat jedoch der Vorfall am Abend zuvor. Eine Mobbing Attacke der richtig schlimmen Sorte. Nun kann man Fee irgendwie verstehen. Und wenn man so gar keine Hilfe bei all diesen Dingen hat, niemand mit dem man reden kann, oder eine starke Schulter wo man sich anlehnen kann, dann verzweifelt man und greift zu verzweifelten Maßnahmen.

Auch Markus lernen wir etwas näher kennen. Es kommt raus, dass er vor noch nicht so langer Zeit, seine Mutter verloren hat. Und dies durch Suizid. Deshalb ist Markus eben einfach anders. Er liest Psychologie Bücher und möchte gern selbst auf diese Weise anderen Menschen helfen, weil es seiner Mutter nicht helfen konnte. Damals war er einfach noch zu jung und wusste gar nicht, was mit seiner Mutter los war. Auch der Vater hat nichts gesagt. Nach dem Damaligen Tod der Mutter, ist Markus anders geworden und es gab einige Vorfälle. Bis er in die Psychiatrische Klinik ging um sich helfen zu lassen. Und genau dass wäre auch für Fee die beste Lösung, sagt sich Markus, nur wie mache ich das, dass sie da freiwillig hin geht?

Ich mag den Schreibstil von Sabrina sehr, man fließt in die Geschichte mit ein und fühlt mit den Personen mit. Man überlegt teilweise selbst, was man am eigenen Handeln ändern kann, um die Welt ein Stück besser zu machen.

Ein absolutes Leseerlebnis. Von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Ein Muss meiner Meinung nach für jeden. Definitiv eine Leseempfehlung !!!

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